Montag, 10. Februar 2014

Rohkost Tag 1 - 4 Über grüne Smoothies, Informationschaos und intuitivem Essen

Rohkostexperiment ist gestartet. Ich kann nach den ersten vier Tagen schon Folgendes festhalten: Ich bin begeistert.
Bevor ich jedoch auf das Essen an sich eingehe, erst mal zu meinen Vorbereitungen.
Das einzige, was ich bisher über die rohköstliche Ernährung erfahren hatte, war die Geschichte mit den grünen Smoothies. Überall in den Rezepteforen sieht man mittlerweile dieses grüne Glibberzeugs in unterschiedlichsten Ausführungen.  Wieso man extra so viele unterschiedliche Rezepte dazu erstellen muss, ist mir ein Rätsel....die Basis ist immer gleich: grünes Blattgemüse (Spinat, Wirsing, Feldsalat etc), sonstiges Gemüse, Obst, evt. noch so etwas wie Nüsse, Trockenfrüchte oder Superfoods (Maca, Biobab, Cranberries etc.) - der Phantasie sind dort keine Grenzen gesetzt. Ich hau einfach alles, wonach mir gerade der Sinn steht, in den Thermomix und dann ist lecker.
Wie ich bereits im letzten Experiment festgehalten habe, bin und werde ich niemand, der sich der Nähstoffkunde hingibt, daher bekommt hier hier nur eine sehr laienhafte Erläuterung zum Thema grüne Smoothies (für mehr Infos fragt Dr. Google):
Grünes Blattgemüse ist ziemlich gesund, da unser Gebiss und unser Verdauungstrakt jedoch nicht darauf ausgelegt ist, Blattgemüse ausreichend zu verarbeiten/ zu verdauen und die vielen wunderbaren Nähstoffe quasi ungenutzt unseren Körper wieder verlassen, ist es sinnvoll, die Blätter in nen Mixer zu schmeißen und zu schreddern. So kommt das gute Zeug besser in unseren Organismus. Zusammen mit dem ganzen anderen Obst und Gemüse entsteht dann quasi so ne Art Supergetränk. Ich mag grüne Smoothies, sie sehen extrem ekelig aus, Konsistenz ist gewöhnungsbedürftig (hab vorher keine Erfahrung mit Smoothies gemacht) - das ideale Frühstück statt Müsli (was momentan rausfällt)
Müsli´s Frühstück

Aber nur von Smoothies kann ich mich natürlich nicht ernähren. Also muss ich ja wohl oder übel mich mit dem Thema Rohkost auseinander setzen. Das Problem an dieser Geschichte ist nur, dass es zu dem Thema so ungefähr eine Millionen verschiedene Bezugsquellen, Ratschläge, Infos, Internetseiten, Bücher etc. gibt. Wo anfangen??? Wonach sich richten? Ich werde die Tage einen Extrabeitrag zu den Informationsquellen schreiben, da mein Kopf so voll mit Infos ist, dass das den ersten Beitrag hier sprengen würde. Nur schon mal meine erste (erschreckende) Erkenntnis: es gibt auch fleischessende (!!!) Rohköstler - tut mir leid, aber mal abgesehen von meiner grundlegenden Einstellung zum Fleischverzehr, finde ich die Vorstellung, dass manche Menschen sich von rohem Fleisch ernähren, einfach nur *kotz*
Bei dieser Fülle an Informationen hab ich aber besonders die folgenden Ratschläge beherzigt: Esse intuitiv!!! Sprich, hör auf deinen Körper, was er haben möchte. Wonach steht dir der Sinn, worauf hast du Appetit? Iss nicht nach Zeiten, sondern wenn du hungrig bist. Kaue ausgiebig und lass dir Zeit.
Das sind alles Ansätze, die mir sehr schwer fallen. Aber ich versuche dies sehr aufmerksam in mein Experiment einzubauen. Erste Erkenntnis hierbei: Hungrig Einkaufen ist ein Fehler ;)
Am Vortag meines Experimentes, sprich am letzten Resteessentag nach der Vegan-For-Fit-Challenge, ging ich mit absolut leerem Kühlschrank und ebenso leeren Magen einkaufen. Eigentlich war ich nur in der Obst- und Gemüseabteilung und ließ mich von meiner ausgehungerten Intuition leiten. Danach sah mein Küchentisch so aus.
Wunderschön aber viel zu viel. Zum Glück ist eine viel beschriebende Nebenwirkung der ersten Rohkosttage, dass man quasi permanent Hunger hat - dies Phänomen kann ich bestätigen, von da her schaffe ich diese Mengen zu essen ;)
Ich bin hin und weg von der Farbenvielfalt. Um nicht zu sagen, ich pflege gerade eine innigie Liebesbeziehung zu meinem Essen. Ich mag das Aussehen, den Geruch, die Form, die Verarbeitung, einfach alles, was mit den Bergen an Obst und Gemüse zu tun hat. Mein heißgeliebter Thermomix darf gerade nur zum Pürieren herhalten, das Zerkleinern übernehme ich gerade lieber mit dem Messer, mit nem Hobel o.Ä.
Tja und was das Essen angeht...wie gesagt, ich lass mich von meiner Intuition leiten (und etwas Internetinspiration). Hier ein paar Beispiele:
Anmerkung: Manche Zutaten sind sowohl in Rohkostqualität als auch ohne erhältlich. Bei diesen Zutaten (z.B. Agavendicksaft) spare ich mir den Zusatz, dass diese natürlich Rohkostqualität haben sollten.Öle sind roh, wenn diese mit "kalt gepresst" deklariert sind.

Rotkohlwrap mit rohköstlichem Hummus

Wrap (2 Stück)
-  vier Rotkohlblätter
   eine Avocado
   zwei Möhren
  vier Cherrytomaten
  Alfalfasprossen

kann man natürlich auch mit anderem Kohl oder mit anderer Füllung zubereiten - folgt eurer Intuition ;)

Hummus (viertel Menge für die Wraps verwenden, Rest als Dip)
- eine geschälte Zucchini
  60ml Zitronensaft
  2 El Olivenöl
  2 Knoblauchzehen
  120 g Tahin (Sesammus)
  Meersalz, Paprikapulver, Kreuzkümmel, Pfeffer
  frische Petersilie

Den weißen Strunkstiel aus den Blättern heraus trennen und jeweils zwei Blätter übereinander lappen. Avocado aufschneiden und Fruchtfleisch herauslösen, anschließen in Streifen schneiden. Möhren waschen, enden abschneiden und mit nem Hobel in dünne Scheiben (oder auch Streifen) schneiden. Tomaten zerkleinern. 
Die Zutaten für das Hummus in TM tun (außer der Petersilie) und 40Sek/Stufe 6 pürieren (ggf. zwischenzeitig die Reste am Rand mit dem Spatel nach unten schaben). Die Petersilie mit nem Messer kleinschneiden und unter das Hummus rühren.
Hummus auf die Rotkohlblätter verteilen, das Gemüse mittig verteilen. Den Rotkohl erst unten einschlagen und dann die Seiten umschlagen, so dass ein Wrap ensteht
















Salat mit Sonneblumenkerndressing

Freestylesalat (macht rein, was ihr mögt)

1 Tasse Sonnenblumenkerne
160ml Wasser
60ml Zitronensaft
30ml Tamari
15g Agavendicksaft
Basilikum, Oregano, Thymian

Die Zutaten alle in Thermomix tun und 1Min/ Stufe 6 mixen. Ergibt ca. 350ml Dressing, ist eine Woche im Kühlschrank haltbar

 

hier mit Blattsalat, Spinat, Möhre, Weintrauben, Walnüssen

hier mit Blattsalat, Tomate, Möhre, Chicoree













Zucchini-Möhren-Spaghetti mit Fruchtsoße
1 Zucchini
2 kleine Möhren

Zucchini waschen, Enden abschneiden und mit nem Spiralschneider zu Spaghetti verarbeiten (ich hab den von Lurch *Schleichwerbung*). Möhren waschen und mit dem Hobel (vorsichtig, Schneidegefahr!!!!) in Streifen schneiden. 

1 Mango
5 Cherrytomaten
1 Stange Sellerie
1 rote Paprika
etwas Meersalz

Mango schälen und das Fruchtfleisch abschneiden. Paprika entkernen, das Gemüse komplett waschen. Alles in den Thermomix tun und 30Sek./ Stufe 5 mixen. Petersilie waschen und kleinschneiden. Soße zu der Pasta geben und mit der Petersilie bestreuen


Chiapudding mit Heidelbeeren (2 Portionen)

50g Chiasamen
475ml Nussmilch (Rezept siehe hier)
2 El Agavendicksaft
Vanillemark aus einer Schote (oder vergleichbare Menge aus der Vanillemühle)
200g Heidelbeeren

Chiasamen und Agavendicksaft mit der Nussmilch vermischen und ca. 10 Minuten quellen lassen. Anschließend für ein paar Stunden (oder über Nacht) in den Kühlschrank kalt stellen. Vanillemark und Heidelbeeren unter den Pudding rühren und genießen.


Da ich heute Besuch hatte, habe ich mich auch an meine erste Rohkosttorte gewagt. Rezept stammt von der Seite Vegan!
Die war so lecker, dass ich mir zum Abendbrot gleich noch ein Stück gegönnt hab ;)

Ansonsten hab ich auch mal mein Dörrgerät entstaubt und zum Einsatz gebracht. Das schöne an einem Dörrgerät ist ja, dass so ziemlich alles darin getrocknet werden kann und man selbst mit einfachen Ausführungen (meins hat mal 60 Euro gekostet, ist also nicht sonderlich hochwertig) relativ gute Ergebnisse erzielen kann.

Apfel-Birnen-Chips

Äpfel
Birnen

Äpfel und Birnen waschen, entkernen und in Schnitzel schneiden. Diese auf den Dörrrosten verteilen und anschließen 8 - 9 Stunden trocknen (kommt aufs Gerät drauf an, Herstellerangaben beachten) 

Zucchinichips

1 - 2 Zucchini
2 El Apfelessig
2 El Olivenöl
Knoblauchpulver
Zwiebelpulver
Basilikum, Oregano, Thymian
Salz, Pfeffer

Zucchini mit nem Hobel in dünne Scheiben schneiden. In einer Schüssel mit den übrigen Zutaten mischen. Die Scheiben auf den Dörrrosten verteilen und ca. 10 Stunden trocknen (Herstellerangaben beachten)


So, wie ihr seht, war ich schon sehr produktiv *smile* Insgesamt geht es mir super gut, ich fühl mich klasse, energiegeladen, positiv gestimmt (mal abgesehen von nem sehr schmerzhaften Rückenproblem *jammer*). Ist vielleicht was dran an dem Mythos "Roh macht Froh"? Ich werde das weiter beobachten ;)
Ich hab noch sehr viel mehr Eindrücke gesammelt, davon werde ich aber bei den nächsten Malen berichten. Bis dahin wünsche ich euch ein paar gute Tage

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