Montag, 6. Januar 2014

Veganes Ernährungsexperiment - Einleitung

Ich starte heute ein Projekt starten oder vielmehr einen Selbstversuch. Es geht um die Ernährung (perfekter Vorsatz fürs neue Jahr :)  ). Ich hab vor Kurzem das Buch "Anständig essen" von Karen Duwe gelesen, die in einem Selbstversuch verschiedene Ernährungsgewohnheiten ausprobiert (Bio, Vegetarisch, Vegan). Bericht dazu gibt´s hier.  Auf jeden Fall hat mich die Art ihres Selbstversuches fasziniert und ich habe über meine eigene Ernährung bzw. meine Gesundheit nachgedacht.

Veganismus ist eine Ernährungsform, die darauf basiert, Tierausbeutung abzulehnen. In diesem Sinne bedeutet Veganismus ein (subjektive) Verbesserung der Lebensqualität Anderer (der Tiere).  Viele Veganer beziehen diesen Aspekt auch auf die Menschen, legen Wert auf Fair Trade und Bioprodukte. Einige nehmen auch noch die Ökologie hinzu und verzichten weitestgehend auf Lebensmittel, welche lange Transportwege bedürfen (z.B. Citrusfrüchte).  
Wer wie und worauf bei seiner veganen Ernährung wert legt, bleibt jedem selbst überlassen. Es gibt keine vegane Ernährung aus guten und aus schlechten Gründen - letztlich ist allen Aspekten eines gemeinsam: Es wird kein Tierleid unterstützt.

Eine weitere Form dieses "ethischen" Veganismus ist z.B. die frugane Ernährung, in der auch Pflanzen mit einbezogen werden - es werden nur Lebensmittel konsumiert bei der die Pflanzen nicht beschädigt oder zerstört werden (wahrscheinlich die Höchstform "leidfreier" Ernährung).

Ich will es mir noch offen lassen, in wie weit ich den sog. "Freeganismus" austeste werde, eine Lebensform, in der unabhängig vom Konsum agiert wird.


Neben der Ethik spielt für viele Veganer auch bzw. manchmal auch vorwiegend das Thema Gesundheit eine Rolle. Attila Hildmann hat mit seinem "Vegan for Fit" den Veganismus für die breite Masse zugänglich gemacht - Veganismus als Methode, um schön, schlank und fit zu werden. Hier geht es vorrangig um die Verbesserung der eigenen Lebensqualität und nicht die anderer Lebewesen. Gute, ausgewogene Ernährung und Sport sind die Devise für ein zufriedenes und langes Leben. Es finden sich zahlreiche Überschneidungen zum "ethischen" Veganismus, aber auch einige Abweichungen. So ist die Form des "Gesundheitsveganismus"  auf die Ernährung beschränkt, andere Bereiche wie Kleidung und Kosmetik werden nicht oder wenig angesprochen.
Ebenfalls in die Richtung des "Gesundheitsveganismus" fällt die rohköstliche Ernährung, bei der keine gekochten Lebensmittel verzehrt werden.

Der Plan für mein Experiment sieht wie folgt aus:
Jeder dieser vier Ernährungs-/ Lebensformen (For Fit, Rohkost, Frugan, Freegan) widme ich mich ca einen Monat (je nach Lust und Laune).
Da es lediglich ein Experiment ist, gestatte ich mir Miniausnahmen, z.B. an meinem Geburtstag im März.
Ich beginne mit den beiden Formen aus der Sparte Gesundheitsveganismus, worauf ich mich nach der ganzen Fresserei der letzten Tage unheimlich freue.

Ich mache erstmal kleine Bestandsaufnahme bzgl. meiner momentanen Ernährungs- und Konsumsituation:
1. Ich  lebe vegan, folglich esse ich automatisch schon ausgewogen und abwechslungsreich
2. Ich bin kein "Gesundheitsveganer", ich esse zwar relativ gesund, jedoch stehen bei mir auch Süßigkeiten, Fertigprodukte etc. auf dem Speiseplan. Ich habe null Plan von Nährstoffzusammensetzung und auch kein Interesse, mich damit auseinander zu setzen. Ich kann nur hoffen, wenn ich irgendwann mal ne Blutuntersuchung mache, dass alles gut bei mir ist.
3. Ich kaufe zu einem relativ großen Teil saisonales Obst und Gemüse - gute Klimabilanz. Insgesamt lege ich viel wert auf "moralisch korrektes" Essen; Produkte wie Kaffee, Kakao, Bananen etc. kauf ich fast immer Fair Trade
4. Ich bin ein Sportmuffel, was mich manchmal schon selber etwas aufregt und was ich auch gerne ändern würde.
5. Ich rauche massenweise - zwischen ein bis zwei Schachtel Zigaretten am Tag. Gesundheitsfaktor ganz schlecht
6. Hhhhmmmm Kaffee, ich liebe es. Besonders wenn ich Frühschicht habe, kann ich dem Getränk nicht widerstehen. Auch Cola (Fritz) konsumiere ich gerne. Ohne es als "Problem" zu bezeichnen, muss ich hier auch gestehen, dass ich für meinen Geschmack zu viel Alkohol trinke, besonders in den letzten Wochen
7. Ich bin ein absoluter Genussmensch. Es gibt nix unbefriedigenderes als eine lieblose, hektische Mahlzeit. An stressigen Tagen, wo mir die Muse zum Kochen fehlt, ich im Stehen esse oder am Besten im Auto, sinkt meine Laune in´s Bodenlose.
8. Ich bin unheimlich experimentierfreudig und probiere gerne neue Lebensmittel, Produkte aus
9. Ich bin ziemlich "selfmade", Brot backen, Mehl mahlen, Obst dören, Getreide-/Nussdrinks zubereiten - soweit es mein Zeitplan zulässt versuche ich möglichst viele Lebensmittel aus Basics selber zuzubereiten
10. Ich bin zwanghaft. Diese Aussage treff ich jetzt nur, damit ich Punkt 10 schreiben kann und mir sonst nix mehr einfällt.

Insgesamt gesehen habe ich an meiner Lebensart nix großartiges auszusetzen. Allerdings würde ich gerne ein paar Dinge verändern bzw. mich damit bewusster auseinander setzen. Zu Beginn möchte ich mich mit mir selber auseinander setzen. Viele Menschen setzen sich gute Vorsätze für das neue Jahr - mein Vorsatz lautet "mehr auf mich achten"; gute Ernährung, anfangen Sport zu treiben, deutlich weniger Alkohol (für die Zeit des Experimentes kein Alkohol), mehr Ruhezeiten. Ich spiele sogar etwas mit dem Gedanken, mit dem Rauchen aufzuhören, aber damit stresse ich mich weniger...dieser Gedanke muss erst mal in Ruhe reifen ;)
Zu dem finde ich es faszinierend, aus seiner gewohnten "Zone" heraus zu treten, Neues auszuprobieren, in andere Denkwelten einzutreten. In Bezug auf das Experiment bedeutet dies für mich auch, von ein paar Dingen, auf die ich sonst sehr viel Wert lege, etwas Abstand zu nehmen (z.B. saisonales und regionales Einkaufen)
Puh - für´s erste soll das reichen. Ich werde ja eh noch ne Menge zu den einzelnen Ernährungsformen schreiben, wenn sie an der Reihe sind. Ich bin schon total freudig aufgeregt :)
Heute startet die "Vegan-for-Fit-Challenge".










Kommentare:

  1. Dein Experiment klingt sehr interessant - ich bin schon auf deine Berichte gespannt :)
    Dem Einzigen, den ich ziemlich kritisch gegenüber stehe, ist der Fruganismus. Da möchte ich wirklich an dich appellieren: wenn es dir damit nicht gut geht, dann mach gleich mit dem letzten Teil weiter und warte keinen Monat ab.
    Und wenn ich noch einen Hinweis geben darf: viel Rauchen und mit Sport beginnen verträgt sich nicht wirklich ;) Ich hoffe, dass du dich nicht entmutigen lässt, wenn es mit dem Sport nicht so gut klappt! Da spreche ich aus Erfahrung; ein Kumpel hat den Sport auch nach ein paar Wochen wieder aufgegeben, weil seine Raucherlungen ihm eine Strich durch die Rechnung gemacht haben.
    In diesem Sinne, viel Spaß mit AH ;)
    Liebe Grüße
    Federchen

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  2. Wir sind uns anscheinend ziemlich ähnlich, viel rauchen, der Alkohol. Auch ich habe im März Geburtstag. Möchte mich bis dahin eigentlich auch noch Gesünder ernähren und den Tabak und Alkoholkonsum einschränken, vielleicht schließe ich mich ja noch ein wenig deiner Challenge an.
    Bin gespannt darauf, deine Berichte zu lesen!
    LG Naninchen

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