Dienstag, 28. Januar 2014

Vegan for Fit - Tag 17 - 22 Wie die Zeit verfliegt und Thema Gesundheitsfanatismus

Jetzt musste ich eben doch mal nachrechnen, wie lange ich die Challenge schon machen - 22 TAGE!!! Wahnsinn, wie schnell die Zeit rum geht. Nur noch 8 Tage....dabei hab ich noch gar nicht alle Rezepte ausprobiert *schnief*
Es läuft super, auch wenn es phasenweise ein bissl stressig ist. Meinen Vorsatz, jeden Tag etwas Sport zu treiben konnte ich jetzt doch nicht ganz einhalten, aber mit fünf von sieben Tagen die Woche habe ich mich gut eingependelt. Rauchen tue ich immer noch nicht (jetzt 16 Tage *freu*). Gesamtverfassung: Eigentlich ganz gut, bis auf mein anhaltendes Zeitmanagementproblem - steh etwas unter Daueranspannung, mein Terminplaner im Handy mit Erinnerungsfunktion ist momentan mein bester Freund :( Ich fürchte, dass dies wirklich mit der Challenge zusammen hängt, da die Mahlzeiten durch ihre Zeiteinteilung zwar flexibel, für mich jedoch nicht flexibel genug sind. Durch den Schichtdienst und mein permanentes Unterwegssein muss ich mir meist zwei Mahlzeiten für den Tag vorkochen, was in einen kleinen Marathon ausartet. Mittlerweile hab ich mich etwas dran gewöhnt, aber ich freue mich schon, wenn mein Programm in acht Tagen etwas entzerrter ist.

Thema Gesundheit:
"Gesundheit" - was bedeutet das eigentlich? Nach der WHO (World Health Organisation) meint "Gesundheit"  ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen. Im Pflegeunterricht während meiner Ausbildung haben wir uns ca. 3 Monate mit der Lehre der Gesundheit, der "Salutogenese" befasst. Dort habe ich gelernt, dass Gesundheit kein objektiver Zustand, sondern eine Frage des Empfindens ist. Beispiel: Bei Person A wird eine Laktoseintoleranz festgestellt; diese kann es als Belastung und Einschränkung erleben oder als den Anlass zu einem Lebenswandel (z.B. bewusster Umgang mit Lebensmitteln). Im letzteren Fall wird die Intoleranz nicht als Krankheit wahrgenommen, sondern einfach als Gegebenheit mit Sinn und belastet daher auch nicht zwingend den Alltag. Gesundheit ist also subjektiv!!!
So, das war jetzt mal ne kleine Definition vorweg :)
Warum will ich hier eigentlich etwas über Gesundheit schreiben? Weil dies das große Thema im Veganismus neben der Ethik ist.Viele Menschen werden Veganer aus gesundheitlichen Gründen, entweder weil schon Krankheiten vorhanden sind (Rheuma, Diabetes etc) oder weil sie diesen vorbeugen wollen. Großen Bekanntheitsgrad hat bei diesem Thema das Buch "The China Study" von T. Colin Campbell oder der dazugehörige Film "Gabel statt Skalpell". Ich habe mir beide Werke zu Gemüte geführt und werde sie demnächst hier auf dem Blog auch vorstellen.
Wir haben alle ungefähre Vorstellungen davon, was zu einem gesunden Leben gehört und setzten dies mal mehr, mal weniger auch um: gute Ernährung (Plus für Müsli), ausreichend Schlaf ( Minus für Müsli), Sport (Müsli ist dabei), nicht Rauchen (Müsli ist dabei), kein Alkohol/keine Drogen (nimmt Müsli momentan nicht zu sich), wenig Stress (dickes Minus für Müsli) etc.
Soweit ist alles in Ordnung, ich habe nix auszusetzen. Fast nix....
Durch die Challenge komme ich jedoch gerade mit einer interessanten Form von Veganern in Kontakt, die mir vorher in den Communitys nie sonderlich aufgefallen sind (wahrscheinlich, weil ich die Artikel zum Thema Gesundheit immer übersprungen hab :D ): Gesundheitsfanatiker. Ich möchte mich hier nicht über diese Personengruppe stellen, aber tut es Not, jedes Rezept mit "statt der Sojasahne musst du Mandelmus verwenden, das ist sonst viel zu ungesund" zu kommentieren? Oder permanent Warnungen vor irgendwelchen krebsfördernden Inhaltsstoffen in Zahnpasta, Reiswaffeln etc. zu veröffentlichen? Überall werde ich mit Informationen überrollt "Welches Super-Food ist gerade angesagt? Wie verwende ich das tolle Gerstengraspulver? Warum steigt ihr nicht auf Rohkost um? Wie oft geht ihr die Woche ins Fitnessstudio? Wer hat ein tolles Rezept für Grüne Smoothies? Wie schädlich ist Fluorid? etc"
Für manche Menschen scheint die eigene Gesundheit/ Fitness eine neue Art der Religion zu bilden und der Körper wird zur Kirche ernannt....in abgeschwächter Form zieht sich dieses Phänomen jedoch quer durch unsere Gesellschaft. Wer ist denn schon zufrieden mit sich, seinem Aussehen, seiner Figur etc.? Wer würde nicht gerne 10.000 Dinge an sich ändern? Und wer fühlt sich nicht von Anderen, die es "besser" machen, als man selbst, unter Druck gesetzt?
Ich übertreibe vielleicht für manche, die das hier lesen....aber die wachsende Statistik über Menschen mit Essstörungen (es gibt übrigens auch krankhaftes Gesundessen "Orthorexie") gibt mir Recht oder einfach die Vielzahl an Menschen mit schlechtem Selbstwertgefühl.
Ich werde mir wahrscheinlich auch in zehn Jahren nicht merken können, warum "Antioxidantien" so wichtig sind, welche Nährstoffe nur in Verbindung mit anderen Nährstoffen aufgenommen werden können usw. Ich trinke auch gerne mal mehrere Biere zu viel und mag zwischenzeitig ein richtiges Stück Kuchen aus weißem Mehl und Zucker essen. Und ich habe richtig gerne geraucht (hier war/ist für mich weniger die Gesundheit, sondern mehr der ökologische Aspekt problematisch). Ich bin ein Genussmensch und möchte mir über solche Dinge keine Gedanken machen müssen. Ich habe nicht den Ehrgeiz 200 Jahre alt zu werden und muss nicht zwingend mit 60 Jahren noch wie 40 aussehen. Mein Anspruch ist, dass ich mich wohl fühlen möchte und dafür brauche ich in erster Linie Zeit für mich und Zeit für meine Freunde; kein Waschbrettbauch, keine vorbildliche körperliche Verfassung und kein riesiges Gesundheitswissen kann mir das geben.
Um nochmal auf die WHO zurück zu kommen: Es geht nicht nur um den Körper, sondern auch um das geistige und soziale Wohlergehen. Bitte liebe Fanatiker, vergesst das bei euren Ausführungen nicht und versucht, statt diesem ernsten, verbissenen Blick beim Sport mal ein Lächeln in euer Gesicht zu zaubern ;)




So genug gemeckert, mal weitere Werbung für das schönste an der Challenge - dem Essen :)

Das Frühstück geht jetzt in die Wiederholung, da ich nicht so der Brotesser bin und ich die Gerichte folglich auslasse.

Mittag
Zucchini-Spagetthi Bolognese

Tofu Caprese

Asia-Burger


Abendbrot
Grüner Krieger

Kürbispommes mit Dips

Pilzlasagne mit Tomatensoße
Low-Carb Pizza










Auf Auf zum Endspurt :)

1 Kommentar:

  1. Liebe Müsli,
    ich finde dein Statment zu der Gesundheit und den "Fanatikern" einfach nur grandios! Toll, dass du dich davon nicht ansteckend lässt :)
    Und hey: 16 Tage rauchfrei! Wie geil ist das denn bitte? Weiter so!!!!!
    LG Federchen

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