Sonntag, 14. Juli 2013

Demonstration in der Heimat und vorläufiger Abschied vom Dorfleben

Ich war gestern bei strahlendem Sonnenschein in meiner alten Heimat im Landkreis Nienburg demonstrieren. Dies war in zweierlei Hinsicht bedeutend/aufregend für mich:
1. Ich bin kein Demonstrant, ich kann meine Meinung kundtun und ohne Ende disskutieren. Ich bin bereits auf einigen Demos mitgelaufen (in erster Linie CSD), hab mich da aber dann doch immer eher im Hintergrund gehalten und bin einfach fleißig mitgegangen. Das ist okay, solche Demonstrationen leben vom Fußvolk :)
Der Plan stand bereits, dort hinzufahren. Bis kurz vor Schluß schwankte meine Entscheidung jedoch immer wieder, weil ich momentan viele...wie drück ich das aus...Ereignisse auf einmal verarbeiten muss (später mehr dazu). Ich habe viel Angst, Wut, Trauer etc in mir  - und genau die wurden einen Tag zuvor von einem Foto der Wiesenhofbelagerer angesprochen
Eindeutiger Entschluss: ICH WILL DABEI SEIN!!!
2. Über meine Gewissenskonflikte bzgl. meiner Familie hab ich mich hier schon mehrmals ausgelassen. Ich weiß, dass meine Großeltern, Tanten, Onkels etc. Demonstranten als extrem, aggressiv und gefährlich einstufen (wie die meisten Menschen auf dem Lande). Meine Mutter erzählte mir einen Tag zuvor, dass sie mit meiner Großmutter telefoniert hatte (wohnhaft in der Ortschaft Holte, wo auch Wiesenhof seine belagerte Schlachtanlage stehen hat) und ihre größte Sorge war, dass die Demonstranten zu ihnen kommen und dort wohlmöglich in ihrer Wut die Hühner töten - klar, Veganer, die nix besseres zu tun haben, als Hühner zu killen - unwissend geht die Welt zugrunde. Die Demo gestern began auf dem Kirchplatz in Nienburg, neben dem Wochenmarkt, wo auch mein Onkel mit seinem Eierwagen wöchentlich steht....um der liebe Frieden Willen, hoffe ich, dass er mich nicht gesehen hat...

Ich versuche mal chronologisch den Ablauf des gestrigen Tages wiederzugeben
12:30 - ich hetzte durch die Nienburger Innenstadt, vorbei an dem Eierwagen meines Onkels, dabei bewusst in eine andere Richtung schauend.
12:35 - Ankunft am Kirchplatz. Mir wird ziemlich schnell klar "Oh weh, hier kennen sich viele untereinander, ich kenne keinen, und dabei bin ich doch eher schüchtern...stell dich nicht so an, du kannst hier ja Leute kennen lernen. Aufgeregt wechsel ich ein paar Einzelsätze mit verschiedenen Personen und beobachte das wachsende Polizeiaufgebot. Nach einiger Zeit werden die "Demoregeln" auf Wunsch der Polizei verlesen und der Marsch beginnt mit ca. 50 Personen, vielen Transparenten und noch mehr Polizeibewachung.

13:00 - 15:00 - der Demonstrationszug bewegt sich nicht auf der vorerst geplanten Strecke durch die Innenstadt. Die Stadt hatte aufgrund des Wochenmarktes beschlossen, die Demo an der Innenstadt vorbei zu schleusen, durch kleine Seitengassen, wo natürlich kaum Leute aufmerksam wurden. Die gerufenen Parolen bekomm ich leider nicht mehr zusammen (ich hab ein fürchterliches Gedächtnis), aber die Botschaft wurde deutlich - gegen Massenschlachtung, gegen Arbeiterausbeutung, gegen Wiesenhof (natürlich auch andere Schlachtunternehmen) für Tier und Umwelt. Mensch, Tiere und Umwelt werden in unserem kapitalistischen System zur Ware degradiert, was verheerende Auswirkungen zeigt. Daher muss sich das System ändern!!!
Und wieder standen vor uns, hinter uns , rechts und links von uns Polizisten. Nach einigen Zwischenstopps endete der offizielle Zug am Bahnhof. Die Versammlung wurde aufgelöst...bis was anderen passierte. Jemand rief in Megafon "Die offizielle Versammlung ist aufgelöst, aber wir werden unseren Unmut über die Polizeibewachung dieser Aktion kundtun und gehen die Strecke genau so wieder zurück".
Uiuiuiui, da passierten mehrere Gedankensprünge bei mir. Auf der einen Seite widersprach das den polizeilichen Regeln, da diese Aktion unangekündigt war. Leute, das klingt vielleicht spießig, aber ich komm vom Lande, ich bin Umgang mit Polizei nicht gewohnt, schon garnicht, denen zu widersprechen. Aber der Aufruf war berechtigt, 50 Demonstranten gegen ca 60 Polizisten mit 6 Bussen; wir hatten kaum die Möglichkeit, gehört zu werden, da unser Zug an der Bevölkerung vorbei durch kleine ruhige Gassen geführt wurde - das machte mich auch wütend, von daher wanderte ich mit dem Zug mit. Und dann eskalierte das ganze etwas - die Polizei kam hinterher mit Allemann/frau und der Demonstrationszug rannte los und ich rannte mit - auf der Flucht, um die Innenstadt zu erreichen und die Menschen doch noch auf das Unrecht, wo für dieser Zug stand, aufmerksam zu machen. Leider sind Polizisten verdammt schnell, auf jeden Fall schneller, als wir mit unseren Transparenten. Der Zug wurde gestoppt, wir mussten einige Zeit warten und durften dann "gnädigerweise" unter Geleit der Polizei weitergehen. Zurück durch die kleinen Gassen, wo sich kaum Menschen befanden. Dieser Zug, gegen die Polizeibewachung, endete dann kurze Zeit später (machte ja auch so keinen Sinn) und wurde wieder aufgelöst. Doch die einzelnen Demonstranten gingen einfach Richtung Innenstadt los mit den Transparenten und riefen ihre Parolen - natürlich bin ich mitgegangen, das war das, was wir erreichen wollten. Wir wollten gehört werden!!! Wäre ich nicht selber Teil dieses Zuges gewesen, hätte ich so gerne eine Foto davon geschossen: 40 (es wurden weniger) Demonstranten, die ungeordnet, aber friedlich durch die Nienburger Innenstadt laufen, verfolgt von 30 Polizisten (leider durften die Busse nicht so ohne Weiteres in die Fußgängerzone). "Wir sind echt böse!!!"
Vor der Kirche war dann Schluß, die Polizei kesselte den Zug ein und suchte einen Verantwortlichen für diese Veranstaltung - es gab keinen :) Eine Hochzeitsgesellschaft beobachtete verstört das ganze Aufgebot - die werden ihren Traumtag wohl nie vergessen :)
Letztlich konnten wir gehen, ohne das etwas passierte. Das hab ich von der Polizei nicht verstanden - erst einen verfolgen, einkesseln, rumbrüllen und dann aber nix tun...aber ich beschwer mich nicht, hatte eher ziemlich Angst die ganze Zeit und war froh, nicht verhaftet worden zu sein.

Zu diesem Ereignis des Tages muss ich mal ein kurzes Statement beziehen:
Ich wurde von der Polizei verfolgt, eingekesselt, ich habe mich gegen die Staatsgewalt erhoben - irres Gefühl und doch ist das nicht meine Welt. Ich bin ein friedlicher Mensch, ich versuche mit Argumenten zu überzeugen. Natürlich werden die Leute auf solche Aktionen aufmerksam, gerade auf dem Land. Aber es ist Tatsachen, dass genau solche Ausschreitungen dazu führen, dass Menschen Angst bekommen bzw. die Botschaften von Aktivisten nicht ernst nehmen. "Das sind Randalierer" - und kein Mensch hört auf Randalierer. Ich stehe hinter dieser Aktion gestern, ich konnte meinen Unmut kundtun und habe mich zusammen mit anderen gewehrt gegen ein System, welches ich  verurteile.  Das hat mir ein gutes Gefühl gegeben, aber andere Menschen konnte ich mit sowas nicht erreichen. Vielleicht funktioniert so etwas in der Stadt, nicht auf dem Land. Hier müssen Menschen friedlich überzeugt werden, Radikalismus wird abgelehnt - Tierrechte sind den meisten Menschen hier egal, nicht aber Themen, wie Dumpinglöhne, Umweltschutz oder Gesundheit. Warum konnte denn unser Bürgerprotest in Ahlhorn so erfolgreich sein (Endabstimmung hat übrigens noch nicht stattgefunden)? Weil wir die Menschen hier mit den Themen konfrontiert haben, wo sie sich angesprochen fühlen - natürlich geht es mir in erster Linie um Tierrechte, aber damit kann ich keinen Menschen für diese Aktion gewinnen, also disskutiere ich über Umwelt, Natur, Gesundheit und Wirtschaft. Die Begründung ist letztlich egal, hauptsache das Ergebnis stimmt. Letztlich ist es für die Tiere unwichtig, ob Menschen vegan leben, weil sie Ausbeutung von Tieren ablehnen oder weil sie so schön mit der 30Tage-Challenge abgenommen haben - das Ergebnis ist bei beiden das Gleiche.

So, weiter gehts.
16 Uhr - Kundgebung vor der Wiesenhofschlachterei. Ich bin schon lange nicht mehr in Holte gewesen. Ich hatte vergessen, wie idylisch das dort ist - Felder, Wiesen, ein größeres Wäldchen und mittendrin dieser Monsterschlachtbetrieb
von der Polizei gesperrte Zufahrtsstraße zur Wiesenhofanlage

Teilansicht der Wiesenhofanlage - Haupteingang


Die Kundgebung hat nicht lange gedauert, aber das war okay so. Wieder riesiges Polizeiaufgebot, abgesperrte Zufahrtsstraßen und ein relativ großer Auflauf an Anwohnern. Wir Demonstranten friedlich davor, mit Transparenten und Megafon - und es bleibt die Frage "Wovor haben die Leute Angst?" Die meisten Anwohner haben einen deutlichen Sicherheitsabstand zu uns gehalten, wieder mehr Polizei als Demonstranten vor Ort...wir setzten uns für den Respekt vor Lebewesen ein und werden dafür behandelt, wie Schwerverbrecher. Irgendwas läuft ziemlich falsch in unserer Welt und es tut mir leid, dass ich das erst nach 27 Jahren begriffen habe. Aber ich habe jetzt endlich verstanden, dass ich aufstehen muss, dass sich nichts verändert, wenn sich keiner wehrt und laut ausspricht "Das ist Unrecht!!"

17:30 - Aufbruch nach Balge in´s Aktionscamp. Damit ging der Tag für mich zu Ende, tolle Gespräche, tolle Atmosphäre, klasse Menschen. Keine Disskusion oder Erklärung, einfach nur Akzeptanz und Annahme - wir sind gleich, wir haben die gleichen Ziele und wir können die Welt verbessern. Wie gerne wäre ich da geblieben...

Aber ich musste nach Hause und damit zurück in meine momentane bittere Realität. Kurze Erklärung und damit krasser Themenwechsel:

Liebe Blogleser,
ich werde mich für eine gewisse Zeit vom Schreiben dieses Blogs verabschieden. Meine Frau und ich werden eine (hoffentlich nur) gewisse Zeit getrennte Wege gehen Ich hoffe, wir werden unsere noch frische Ehe irgendwie retten können, aber momentan ist ein Zusammenleben nicht leistbar für mich. Folglich werde ich mich demnächst vom Dorfleben verabschieden und mir eine Wohnung suchen müssen. Ich denke mal, ihr kennt das Problem bei Umzügen, dass es etwas dauern kann, bis man wieder Zugang zum Internet hat (zudem brauche ich dann erstmal einen neuen Laptop). Wenn ich wieder online und in der emotionalen Verfassung bin, melde ich mich von irgendwo her zurück :)
Bis dahin wünsche ich euch alles Gute, haltet die Ohren steif!!!
Liebe Grüße und bis bald
Müsli

PS: Es gibt wohl kein schlimmeres Gefühl, als Liebeskummer...In den 27 Jahren, die ich nun auf diesem Planeten wandel, habe ich viele Sachen erlebt, aber nie etwas, was mir dermaßen das Herz zerreißt.
Ich finde dafür keine Worte, nur ein Lied

Kein Lied von Liebe - Rosenstolz (Link für Youtubevideo)
Mir geht es gut
Kein Grund zur Sorge
Seh zwar fertig aus
Ich lebe noch
Zu viel von allem
vor allem von dir
Doch ich steh hier
Nur die Nacht machts mir schwer
Ich halt mich gut
Solangs nicht still wird
So lang das Licht noch brennt
Schau ich nach vorn
Ich trink auf dich
Und das was war
Ich bin noch da
Nur die Nacht machts mir schwer
Es ist für mich, nur für mich
Kein Lied von Liebe
Das ist für mich, nur für mich
Kein Lied von uns
Ich streich die Wände neu
Denn ich brauch Farbe
Ich zieh durch jede Bar
Das tut mir gut
Ich hab Talent
Zum traurig sein
Kam von allein
Nur die Nacht machts mir schwer



Samstag, 6. Juli 2013

Landwirte sind Teufel???

Ich bin ein nachtaktiver Mensch, d.h. ich arbeite (kommt auf die Schicht an), kümmere mich um den Haushalt und je nachdem, wie ich zuhause bin, sitze ich spätestens ab 22 Uhr vor dem Computer und lese. Ich lese größtenteils über vegane Themen, über Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Tierrechte, ich verfolge Artikel und Kommentare und schaue mir Videos an. Zu einem wichtigen Medium für mich sind die sozialen Netzwerke, wie Google+ und Facebook, geworden - natürlich auch, um Kontakt mit Freunden zu haben, jedoch verwende ich diese beiden Seiten in erster Linie, um mich mit Organisationen (Peta, Albert Schweizer Stiftung etc.) Blogs oder einfach Personen, die eine für mich bedeutende Stimme haben, zu verlinken.
Dazu kurz ein Hinweis auf zwei Beiträge, die mich beeindruckt haben - nicht, dass sie neue Informationen hätten, aber dennoch haben sie mich bewegt
Hier ein Artikel von einem (wie ich vermute) Fleischesser, der sich Gedanken über Veganismus macht.
Hier ein kritischer Spot zu der Coca Cola Firma

Ich komme aber jetzt zu einem Thema, was mich manchmal dafür schämen lasst, dass ich mich als "Veganer" öffentlich oute. Es geht um die Landwirtschaft, natürlich den landwirtschaftlichen Teil, der sich mit der Produktion tierischer Erzeugnisse befasst (Fleisch, Milch, Eier). Wie ihr ja bereits wisst, lebt ein Großteil meiner Familie von der Landwirtschaft, sowohl direkt (Bauern) als auch indirekt (Angestellte bei der Landwirtschaftskammer etc.). Ich lebe in einer Region, die landwirtschaftlich geprägt ist, insbesondere, was die Puten- und Hähnchenmast angeht. Meine Vermieter, Freunde, Nachbarn haben nahezu alle mit der Landwirtschaft zu tun. Ich bin auf einem Milchwirtschaftsbetrieb groß geworden, kenne Hausschlachtungen (habe da auch mitgemacht als Kind) und weiß über politische Richtlinien und Vorgaben Bescheid.
Ich bin Veganerin, weil ich ein empathisches Wesen bin und sich mir kein Grund erschließt, warum mein Einfühlungsvermögen bei anderen Lebewesen aufhören sollte. Sehe ich mir verängstigte Schweine in Schlachtanlagen an, bekomme ich Angst, blökt ein Kälbchen nach seiner Mutter, werde ich traurig und sehe ich Hühner, die vornüberkippen, weil sie ihr Gewicht nicht mehr tragen können, werde ich wütend.
Es gibt so viele Beweggründe, um sich für eine vegane Lebensweise zu entscheiden - für mich war ausschlaggebend, dass ich nachweislich fühlenden, intelligenten Wesen (kommt mir jetzt nicht mit "Pflanzen haben auch Gefühle") kein Leid zufügen will.
Trotz meiner Entscheidung bin ich mir des Umstandes bewusst, dass 99% der Deutschen/Weltbürger nicht so denken oder empfinden wie ich. "Mir schmeckt Fleisch" oder "Ich mag Lederschuhe" sind für die meisten Menschen bedeutender als das Mitgefühl für ihre Mitgeschöpfe. Das ist nicht schön, aber Tatsache. Und damit ist auch die Tatsache verbunden, dass Fleisch, Milch, Eier, Leder, Wolle, Daunen etc. produziert werden müssen. Produzenten sind die Landwirte.
Ich verfolge mittlerweile sehr angespannt die Disskusionen, die Veganer über Landwirte führen und frage mich immer wieder, wie realitätsfremd manche Personen sein müssen. Seit kurzem verfolge ich die Facebookseite "Massentierhaltung aufgedeckt. So sieht es in deutschen Ställen aus", eine Pro-Nutztierhaltungsseite von deutschen Schweinemästern. Gezeigt werden Bilder aus deutschen Mastställen unterschiedlichster Größenordnung, die nach politischen Vorgaben agieren. Diese Seite wird von Beginn an von Veganern bombadiert mit Argumenten jeglicher Art. Versteht mich nicht falsch, mir tuen diese Bilder in der Seele weh, gerade weil ich weiß dass DAS Realität ist. Diese schönen Videos von PETA oder anderer Organisationen entsprechen auch der Realität, zeigen jedoch eher Einzelfälle aus der Tierhaltung. Die Masse handelt nach deutschen Massstäben (ich betone das "deutsch", weil Deutschland sehr strenge Tierhaltungsrichtlinien hat im Gegensatz zu anderen Staaten). Das ist für Veganer immer noch nicht genug (für mich auch nicht), weil Veganer ein anderes Emfinden für Lebewesen haben, als Allesesser.
Tut mir leid, liebe Mitveganer, aber mir läuft es eiskalt den Rücken runter, wenn Landwirte als "Tierquäler" bezeichnet werden. Kein Landwirt (den ich kenne) quält seine Tiere. Sie handeln nach bestem Wissen und Gewissen für ihre Tiere, achten darauf, dass sie zufrieden sind, vermeiden Krankheiten, um möglichst wenig Antibiotika einzusetzen etc. Dabei gibt es auch "schwarze Schafe", aber wo gibt es die nicht??? Natürlich werden diese Tiere aus der sog. nutztierhaltung irgendwann getötet, natürlich müssen Kälber von ihren Müttern getrennt werden um die Milch zu erhalten und natürlich muss Geflügel in unvorstellbaren Massen gehalten werden, da sich die Haltung sonst nicht rechnet. Wenn alle vegan leben würden, hätte diese Qual ein Ende, aber es sind nicht alle vegan. Die ermittelten Zahlen der in Deutschland lebenden Veganer schwanken zwischen 80.000 und 700.000 - das ist so oder so ein relativ geringer Anteil der deutschen Bevölkerung. D.h. es müssen tierische Produkte erzeugt werden, um die Nachfrage zu decken.
Wer den oben erwähnten Artikel gelesen hat, versteht jetzt meine Worte ohne großartige weitere Erklärung - ICH BIN ÜBER DIESEN UMSTAND, DASS MENSCHEN EINFACH NICHT VERSTEHEN WOLLEN, WAS SIE SICH, IHREN KINDERN, IHRER UMWELT UND IHREN MITGESCHÖPFEN MIT NER "LECKEREN BRATWURST" ODER DEN SCHÖNEN NEUEN LEDERSCHUHEN ANTUEN, UNHEIMLICH WÜTEND!!!
Ich bin aber nicht wütend auf die Landwirte, sie machen ihre Arbeit und das ist bei weitem keine leichte Arbeit. Sie produzieren Lebensmittel für andere Menschen und gehen damit einer ehrvollen Aufgabe nach. Ich bin wütend auf die Schlachtbetriebe, auf Supermärkte, die durch Preissenkungen die Landwirte immer mehr in die Massenproduktion treiben. Ich bin wütend auf die Politik, die zwar viele positive Massnahmen im Bereich der Tierhaltung ergreift, aber absolut noch nicht genug. Am allermeisten bin ich wütend auf die Menschen, die jeden Tag die Fleischsonderangebote bei Aldi kaufen, die stolz ihren neuen Angorapulli vorführen, die Vegetarier/Veganer belächeln, weil sie sich selber nicht mit ihrem Konsum auseinandersetzen wollen. Ich bin auch wütend über die Menschen, die rumjammern, dass sie dieses Jahr nicht zweimal in den Urlaub fahren können oder auf Veganer/Vegetarier die wild um sich argumentieren und damit die falschen Menschen angreifen. Ich bin wütend auf die Menschen, die absolut unbewusst durchs Leben gehen und sich taub stellen gegenüber Argumenten und Wahrheiten... 
Ich ziehe meinen Hut vor den Landwirten, die trotz schlechter Preisentwicklung, mieser Presse und teilweise Anfeindungen durch die Gesellschaft immer noch früh morgens aufstehen und bis tief in die Nacht arbeiten, sich mit dem ganzen bürokratischen Kram auseinandersetzen und nach besten Wissen und Gewissen ihre Tiere versorgen.

Ich bin mir bewusst, dass ich momentan oft "Wuttexte" hinterlasse. Bald habe ich Urlaub und dann werde ich bestimmt wieder manche Dinge entspannter betrachten.
Weitere Links zu dem Thema Landwirtschaft, die ich interessant fand
Wieviel müsste ein Mensch essen, wenn er ein Masthuhn wäre
Leitbild Nutztierhaltung
Landwirtschaft im Oldenburger Münsterland
Der Film Earthlings
Der Film Food Inc.







Freitag, 5. Juli 2013

Bloggerspiel

Okay, ich wurde getaggt - musste mich da jetzt erstmal informieren, was das genau bedeutet. Das ist so ne Art Spiel mit folgenden Spielregeln (wenn die überhaupt fest sind)
- Tagger verlinken - ich wurde von der Nina von Going Vegan verlinkt :) ui, das hab ich schonmal richtig gemacht
- Fragen beantworten (siehe unten)
- Selbst 11 Fragen ausdenken (ohhhhhhh, ich bin so unkreativ...)
- 10 Blogger mit unter 200 Lesern taggen- das werde ich nicht machen, warum schreibe ich später.

So, jetzt mal zu Ninas Fragen

1. Bist du eher ein Film- oder Serienfreak?
Als Freak kann ich mich bei beiden nicht bezeichnen, hab sehr lange ohne Fernsehanschluß gelebt, nur mit DVD´s - ich habe viele Filme, wobei die meisten meine Frau angeschafft hat. Ein paar Serienstaffeln sind auch dabei
 
2. Was ist dein Lieblingsfilm, bzw. Lieblingsserie?
Lieblingsfilme: Wie ein einziger Tag, Magnolien aus Stahl, Jenseits von Afrika - Ich steh total auf Filme, bei denen ich die Tränendrüse anschalten kann
Lieblingsserie: Oh weh, hier muss ich mich als Trekkie outen auch wenn das garnicht zu meinen sonstigen Favorits passt. Ich liebe Star Trek, am liebsten die Serie Deep Space Nine
Ansonsten gefällt mir aber auch Grey´s Anatomy (ist auch so ne Heulgeschichte), Gilmore Girls und Monk
 
3. Gehst du regelmäßig ins Kino?
Nee, da muss es schon ein Film sein, der auf nem Fernseher nicht so wirkt wie Herr der Ringe/Hobbit etc.
 
4. Liest du auch die Bücher zu den Filmen bzw. Serien? Was gefällt dir besser?
Prinzipiell nicht, manchmal gucke ich den Film zum Buch und das ist schon oftmals ne enttäuschende Angelegenheit

5. Welches Film bzw. Serien Genre bevorzugst du?
Drama und Fantasy - ja, das paradoxe daran ist mir bewusst
 
6. Hörst du auch die dazugehörigen Soundtracks?
Oh, jetzt muss ich mich wieder outen - ja, ich habe die Soundtracks von Twighlight (die wirklich gut sind), ansonsten besitze ich massenweise Musicalcd´s 
 
7. Gehört Knabberzeugs beim Film gucken für dich dazu und was ist deine Lieblingsknapperei?
gehört nicht zwingend dazu, aber wenn dann Popcorn
 
8. Wer ist dein/e Lieblingsschauspieler/in?
Ich bin heimlich in Meryl Streep verliebt (bloß nicht meiner Frau sagen) - die ist zwar schon etwas älter, aber mit Abstand die beste Schauspielerin, die ich kenne
 
9. Was magst du besonders an dieser Person?
Jenseits von Afrika, die Brücken am Fluß, das Geisterhaus, Marvins Töchter, the Hours, der Teufel trägt Prada, Mamma Mia, Julie und Julia, Wie beim ersten Mal etc. schaut euch die Filme an, diese Frau ist einfach genial
 
10. Hast du Fanartikel?
von Meryl Streep???? Gibt´s sowas überhaupt?
 
11. Was möchtest du noch zum Thema sagen?
Ich mag Spiele, hoffe nur, dass ich jetzt sowas nicht permanent kriege - einmal reicht ;)

Meine Fragen (ich werd mal philosophisch)
1.  Was ist für dich Glück?
2.  Was ist das größte Unglück?
3.  Worauf bist du stolz?
4.  Wer ist deine historische Lieblingsfigur?
5.  Wer ist dein Held in der Wirklichkeit?
6.  Wer oder was hättest du gerne sein mögen?
7.  Welche natürliche Gabe würdest du gerne besitzen?
8.  Was ist deine größte Schwäche?
9.  Und was ist deine größte Stärke?
10. Wenn du dein Leben nochmal von vorne leben könntest, was würdest du anders machen?
11. Was ist dein Motto?

So, jetzt mal kurz zu dem Taggen - ich teile sowas nicht gerne, obwohl ich solche Fragenspielchen mag. Das Problem ist nur, dass sich durch sowas immer ne Endlosschleife (ich tagge, werde zurückgetaggt, muss weiter taggen...) entwickelt und da hab ich weder die Lust, noch die Zeit zu. Von daher tagge ich keine Blogs, wer aber Lust hat, kann mir gerne als Kommentar die Fragen beantworten :)
In diesem Sinne wünsche ich eine gute Nacht





Dienstag, 2. Juli 2013

Irgendwo auf der Welt, gibt´s ein kleines bisschen Glück...

...und das ist für mich in meinem Garten. Wahnsinn, wie schnell die Zeit verfliegt - eben habe ich noch fleißig angepflanzt und jetzt stehe ich bereits in der Ernte - i love it!!!
Zur Zeit kann ich Erdbeeren, Tomaten und jede Menge Salat ernten, natürlich alles total Bio, ohne Spritz- oder Düngemittel ;)
Der anhaltende Regen macht mir ziemliche Probleme - meine Erdbeeren schimmeln massenweise oder sitzen voll mit Würmern :( Aber ich habe eine mehr oder weniger befriedigende Lösung gefunden: Jeden Morgen, wenn ich die erste Runde mit meinem Hund gehe (meist noch in Jogginghose), wandere ich einmal durch die Erdbeeren, die schimmeligen und angefressenen raussortieren, den Rest mit in die Küche nehmen. Dadurch habe ich morgens zur Zeit immer ein herrliches Müsli mit frischen Erdbeeren
Leckerschmecker
Zweites Problem ergibt sich daraus, dass meine Frau immer noch im Krankenhaus ist - erfahrungsgemäß haben wir im Sommer immer zu wenig Salat gehabt, abends konnten wir alle zusammen locker zwei Köpfe verputzen. Vorausschauend habe ich dieses Jahr seeeeeehhhhhhrrrrr viel Salat gepflanzt und jetzt ist meine Frau nicht da und unsere Tochter notgedrungen (mein Dienstplan lässt sich gerade nicht so gut mit den Ferienzeiten vereinbaren) bei ihren Großeltern. Ich stehe also alleine vor ca. 24 Salatköpfen...ich mag Salat und esse fleißig, am besten mit den Tomaten :), aber gegen diese Berge komm ich nicht an. Meine Arbeitskollegen entwickeln sich dadurch zu dankbaren Abnehmern.
Jetzt aber mal ehrlich, gibt es etwas schöneres, als in seinen Garten gehen zu können und aus frischen Zutaten Essen zubereiten zu können? Ich kann morgens in meinen Garten gehen und Erdbeeren für mein Müsli ernten, später dann Salat und Tomaten holen und einen Salat zubereiten - himmlisch. Bald gehts los mit Kohlrabi, (wovon ich auch viel zu viel habe), Zucchini, Mangold, irgendwann sind die Bohnen reif und als letztes in diesem Jahr der Rotkohl und die Schwarzwurzeln. "Im Garten wächst mehr, als man ausgesät hat." und das bedeutet für mich: Glückseeligkeit
Wahrscheinlich gehen da gerade meine landwirtschaftlichen Gene mit mir durch.



Saisonkalender Juli

In den Supermärkte, auf Wochenmärkten oder Bioläden wird´s bunt. Sommer, ich liebe dich :)

Gemüse
Sellerie
Staudensellerie

Blumenkohl
Blumenkohl

Brokkoli
Brokkoli

Bohnen
Bohnen


Champi
Champignons

Eichblattsalat
Eichblattsalat


Eissalat
Eisbergsalat

Endiviensalat
Endiviensalat


Erbsen
Erbsen
Kartoffeln
Kartoffeln




Kohlrabi
Kohlrabi


Kopfsalat
Kopfsalat


Lauch
Lauch

Löwenzahn
Löwenzahn

Lollo Rosso
Lollo Rosso

Mangold
Mangold

Möhren
Möhren

Paprika
Paprika

Radicchio
Radicchio

Radieschen
Radieschen

Rettich
Rettich

Gurken
Gurke

Tomaten
Tomate

Zucchini
Zucchini



Zwiebeln
Zwiebeln










Obst
Ananas
Ananas
Aprikosen
Aprikosen
Blaubeeren
Blaubeeren
BLutorangen
Blutorangen
Brombeeren
Brombeeren
Erdbeeren
Erdbeeren
Heidelbeeren
Heidelbeeren
Himbeeren
Himbeeren
Johannisbeeren
Johannesbeeren
Kirschen
Kirschen
Mirabellen
Mirabellen
Pfirsich
Pfirsiche

Pflaumen
Pflaumen











Stachelbeeren
Stachelbeeren

Montag, 1. Juli 2013

Ich entschuldige mich nicht für meine Wahrnehmung!!!

 Als ich angefangen habe diesen Blog zu schreiben (ui nahezu vor 4 Monaten), war das ein seltsames Gefühl. Man schrieb von sich, seinem Leben und irgendwie schrieb man in´s Leere. Es existierte diese Inernetseite, aber keiner außer mir wusste von diesem Dasein. Dieser Blog war zunächst eine Art Tagebuch für mich - still und heimlich konnte ich dort die Erzeugnisse meines teilweise wirren Kopfes lassen. Dann bekam ich erste Leser, erste Kommentare, was ich als total irre empfand. Da gab es anscheinend Menschen, die es interessierte, was ich schrieb. Über Kommentare zu einzelnen Posts durfte ich erleben, dass ich nicht alleine mit meinen Erfahrungen und Gedanken bin. Vielleicht mag das für viele nix Außergewöhnliches sein, für mich ist es das. Ich lebe nunmal nicht in einer Stadt, wo die Menschen Andersartigkeit gewohnt sind und dies ohne weiteres tolerieren.
Mittlerweile habe ich einen mehr oder weniger festen Leserkreis, auf dieser tollen Blogstatistik kann ich täglich um die 100 Blogaufrufe verfolgen. Dafür erstmal ein riesiges Dankeschön - ich hätte auch ohne Leser geschrieben, aber mit Lesern macht es sehr viel mehr Spaß ;)
Ich muss mich aber jetzt aus gegebenen Anlass einem Problem widmen, was mir am Herzen liegt. Ich habe meinen Blog in meinem privaten Umfeld nicht publik gemacht aus einem einfachen Grund: mangelndes Verständnis. Ich blogge über mein Leben, über Veganismus, Homosexualität und wie es ist, auf einem Dorf so zu leben. Es sind keine Weisheiten oder Statistiken, die ich schreibe, sondern persönliche Erfahrungen und Ansichten. Dabei berichte ich auch manchmal über Disskusionen oder Ereignisse, die mich aufregen oder über die ich mich ärgere. Warum tue ich das? Mal ehrlich, es ist nicht so, dass Lesben oder Veganer total anerkannt wären in dieser Gesellschaft; bei Homosexuellen wird es merklich besser mit der Toleranz, was das Thema Veganismus angeht haben wir noch einen langen Weg vor uns. Ich berichte darüber, wie Menschen mir begegnen, manchmal in lustiger Art und Weise, manchmal mit Wut im Bauch. Bezogen auf Letzteres, mache ich dann auch meine Wut hier deutlich und genau zu diesem Punkt muss ich mich äußern:
Mein Blog wird immer bekannter, ich hatte hier schonmal meinen Unmut darüber kundgetan, was dies für negative Konsequenzen haben kann, insbesondere wenn mir bekannte Personen diesen Blog durchstöbern. Es ist aber jetzt auch dazu gekommen, dass Personen meinen Blog entdeckt haben, über die ich geschrieben habe in Form einer Ereignisbeschreibung. Dazu möchte ich erstmal festhalten, dass es in keinster Weise meine Absicht ist, irgendjemanden hier zu verletzen oder bloßzustellen. Wenn ich wütend über manche Situationen bin, schreibe ich das und ich darf das, weil dies hier mein Blog ist. Ich betone dabei, dass ich wütend über manchen Situationen oder Disskusionen bin und das dies nicht gleichbedeutend ist mit "Ich hasse meine Mitmenschen".
Also an alle, die sich hier angegriffen fühlen: Ich entschuldige mich nicht für meine Wahrnehmung mancher Ereignisse. Wenn einige Personen meinen, ihre persönlichen Konsequenzen ziehen zu müssen, weil sie diesen Blog als verletzend empfinden, kann und werde ich das nicht ändern. 
Ich bin, wie ich bin; ich liebe, ich lache, ich weine, ich bin glücklich, bin wütend, habe Angst, will manchmal die Welt retten und verzweifel manchmal am Leben und an den Menschen - das bin ich und ich werde mich nicht verbiegen, weil ich für manche nicht in ihre Welt passe (wobei ich den Menschen kennen lernen möchte, der nie seine Emotionen äußert). Wer mich nicht so nehmen kann, wie ich bin, der soll es bleiben lassen.
Für alle Anderen: Schön, dass ihr beim Lesen bleibt ;)

Um mich küntig nicht mehr unnötig überzogenen Reaktionen aus meinem Umfeld auszusetzen, wird eine Verlinkung dieses Textes, vor jedem Post erscheinen, in denen ich andere Personen erwähne.