Donnerstag, 16. Mai 2013

So viel zu tun und so wenig Zeit

Manchmal sind die Tage einfach zu kurz, besonders wenn man tausende von Sachen zu erledigen hat bzw. erledigen will...
Meine Arbeitsliste wächst und wächst und ich habe das Gefühl, nicht mehr hinterher zu kommen.
1. Der Blog
Ich schreibe gerne und viel :) Fällt mir ein Thema ein oder möchte ich etwas in den Weiten des Internets teilen, sitze ich am PC und schreibe. Das ist ein Hobby geworden und gleichzeitig ein Stück weit Kopfentlastung, ich kann Ereignisse Revue passieren lassen, Tage strukturieren, mir in Ruhe Gedanken über diversteste Angelegenheiten machen. Besonders schön ist dabei der Umstand, dass man Kommentare oder Mails bekommt und feststellt "Hey, ich steh mit manchen Gedanken/ Problemen garnicht alleine da" Aber der negative Aspekt daran ist, dass das Bloggen ziemlich viel Zeit in Anspruch nimmt. Und die fehlt momentan an allen Ecken und Kanten, also entschuldige ich mich hiermit schonmal bei den paar treuen Lesern, die ich innerhalb kürzester Zeit gewonnen habe, dass ich momentan hier nicht so viel veröffentliche - es wird bald besser versprochen.
2. Die Arbeit
Magen-Darm-Welle. Wahrscheinlich die schlimmste Saison in Pflegeberufen. Nicht nur, dass das ungemeinen Stress auf der Arbeit bedeutet (ich gehe hier mal nicht ins Detail), es trifft auch meist nach und nach die Mitarbeiter. Ich hatte zum Glück nur einen Nachmittag damit zu kämpfen, aber dafür habe ich schön Krankheitsvertretung geleistet. Ich habe jetzt zum Glück drei Tage Urlaub und muss jetzt erstmal zuhause Sachen aufarbeiten, die in letzter Zeit liegen geblieben sind. Und morgen gehts nach Hannover zu meinem Onkel; dort wird 25jähriges Zusammensein von ihm und seinem Mann gefeiert - dat wird ein Spaß :)
3. Namensänderung
Das ist ja so ätzend!!! Zigtausend Behörden, Versicherungen etc. wo man sich melden muss, Heiraturkunde verschicken muss...nicht zu vergessen Mailadresse, Postkasten, Bank, Arbeitgeber....Vielleicht sollte ich mich als eine Art professioneller Namensänderer selbstständig machen, das ist definitiv ne Marktlücke.
4. Hochzeitseinladungen
Im August wollen wir feiern. Daher sitze ich mittlerweile in einem Berg von Briefumschlägen und versuche die logistische Meisterleistung zu vollbringen, für 150 Personen eine Mitbringparty zu organisieren. Der Plan ist folgender: Jeder bekommt ein Rezept zu seiner Einladung, welches er zur Feier zubereiten und mitbringen soll - natürlich vegan :) Dabei muss nur gut geplant sein, wieviel beenötigen wir wovon (sind ja enorm viele Leute), was fehlt, wenn jemand absagt....Dazu kommt noch die übrige Planung der Feier, sauviel Arbeit...aber es wird bestimmt grandios. Die ersten Reaktionen auf die Einladungen kamen prompt: "Wie???? Kein Fleisch???? Dann muss ich aber genug vorher essen." - tja, ich hoffe manche lassen sich positiv von dem Vorhaben überraschen.
5. Garten
Das Wetter schreit nach Gartenarbeit, eigentlich eine total tolle Arbeit, aber bei der Tatsache, dass momentan soviel los ist und wir immerhin einen knapp 2000 Quadratmeter Garten haben, ist das ganze doch irgendwie etwas übermenschlich. Der Rasen wächst wie bescheuert, ich hab noch nicht alles Laub aus den Beeten, Kraut spriest auch schon - HHHHIIIIIIIILLLLLLLFFFFFFEEEEEEE
6. Tiere
Unsere Tiere sind echt etwas doof, Theo und Lisa (die beiden Katzen,die draußen leben) sind momentan fleißig dabei, kleine Mäuse und Vögel halb zerlegt auf unsere Terrasse zu bringen. Ich weiß, dass so so ne Art Geschenk sein, aber da könnte ich ehrlich getrost drauf verzichten. Bosse (mein Hund) und Sam (unsere Drinnenkatze) haben sich dazu momentan in den Kopf gesetzt, die Wohnung zu verunstalten. Es fing damit an, dass Bosse das Katzenklo anpinkelte (keine Ahnung, was ihm da in den Kopf gekommen ist). Sam rächte sich und pullerte erstmal auf Bosse´s Matte. Und seitdem liefern die sich ein ewiges Hin und Her. Die waren eigentlich beide stubenrein, brauchen wir nen Tierpsychologen???
7. Schlachthof
Wie vielleicht einige in dem Beitrag Osterfeuer und der Tag danach gelesen haben, wurde bei uns in der Gemeinde ein neuer Bürgermeister gewählt. Wichtiges Wahlkampfthema war unter anderem der geplante Neubau einer großen Schlachtanlage für Geflügel. Leider hat der falsche Kandidat gewonnen...und das ruft viele erboste Anwohner (mich eingeschlossen) auf den Plan. Es laufen Proteste und Unterschriftenaktionen.
Gründe, warum wir gegen den Schlachthof in Ahlhorn sind (hier in der Gegend kann ich leider nicht 100% mit veganen Argumenten überzeugen)

Der geplante Schlachhof benötigt mindestens 370.000 Kubikmeter Wasser pro Jahr -
Das sind 370 Millionen Liter, die uns und unserer Natur entzogen werden! 
Für die Auslastung des geplanten Schlachthofes mit mindestens 200.000 Schlachtungen täglich werden bei 300 Werktagen mindestens 60.000.000 (sechzigmillionen!) Tiere pro Jahr geschlachtet! 
Da am alten Standort der Schlachterei momentan nur 30.000 Tiere pro Tag geschlachtet werden, müssten zusätzliche Ställe für 170.000 Tiere pro Tag gebaut werden. Dies entspricht einem Bedarf von ca. 170 Mastställen a 40.000 Tieren, die in unserer Umgebung errichtet werden müssten.
Weiterer Bedarf ist bereits durch die Erweiterungen bzw. Neubauten der Schlachtfabriken der Firmen Rothkötter in Wietze bei Celle und der Firma Wiesenhof in Wietzen bei Nienburg entstanden, die ihrerseits noch gar nicht ausgelastet sind!
Mit 170 neuen Mastställen fallen auch jährlich ca. 54.400 Tonnen zusätzlicher Festmist an, der angesichts
steigender Nitratwerte in unserem Grund- und Trinkwasser für unsere Region nicht mehr zu verkraften ist! 
Einige Millionen Tiere mehr werden Qualhaltungen gehalten. Zusätzlich müssen unsere Mitgeschöpfe auf Tiertransporten und bei grausamen Schlachtvorgängen in den Schlachthöfen leiden.
Bei 220.000 Schlachtungen pro Tag müssen täglich 22 LKW mit „schlachtreifen“ Hähnchen
den Schlachthof anfahren. Einschließlich weiterer Transporte, wie Abfuhr der Fertigware,
Schlachtsabfälle, Betriebsmittel etc. ist mit einem täglichen Aufkommen von ca. 50 LKW zu rechnen. Diese werden auch einige unserer Ortschaften durchfahren müssen und in Ahlhorn
sehr wahrscheinlich mit Ausnahmegenehmigungen mitten durch den Ort fahren. 
Im Umfeld dieser LKW wurden bei Untersuchungen unter anderem multiresistente Keime (MRSA) festgestellt! Diese bedeuten eine ganz konkrete Gesundheitsgefahr für die Menschen, die sich auf der Straße oder in deren Nähe aufhalten.
Bei der Ansiedlung eines weiteren Schlachthofes muss mit überwiegend schlecht bezahlten Arbeitsplätzen in der Verarbeitung gerechnet werden. Damit werden sich die bereits vorhandenen sozialen Konflikte in Ahlhorn weiter verschärfen und die Integrationsbemühungen in unserer Gemeinde werden weiter erschwert! 
Diese Gründe setzt das "Bündnis MUT" an, die auch treibend bei den Aktionen gegen die Schlachtanlage ist.  Hier also nebenbei ein Aufruf, geht auf die Seite, druckt die Unterschriftenliste aus und sammelt. Natürlich ist in erster Linie die Stimme der Anwohner von Bedeutung, aber ich denke, je mehr Unterstützer, desto besser. Helft unserer Gemeinde, lasst nicht die Politik mit ihren Wirtschaftsinteressen gewinnen auf Kosten der Menschen und Tiere. 
Mal als Anmerkung: der oben genannte Schlachthof in Wietzen befindet sich in der Nachbarschaft meiner Großmutter. Vor dem Bau kam es auch zu zahlreichen Protesten gegen diese Anlage, leider ohne Erfolg. Klar, Fleischkonsum lässt sich nicht aufhalten, aufgrund der riesen Nachfrage wahrscheinlich nicht mal die Massentierhaltung...aber ganz ehrlich, zahlreiche LKW´s voll mit Hühnern, die zu einer riesen Schlachtanlage fahren, die sich an einem Waldrandgebiet in einem winzigen Dorf befindet...das ist abartig. Dieses Bild findet sich jetzt im 400-Seelen-Dorf meiner Großmutter. Und das alles nur dafür, dass neue Sonderangebote für Hähnchenfleisch auf den Markt kommen??? Selbst wenn ich nicht gerade vegan leben würde, würde mir das zu denken geben. 
Ich bitte darum, denkt nicht nur, handelt auch!!!


Dieses riesen Arbeitskonstrukt, was mir momentan im Kopf rumschwirrt, überfordert mich dann doch wetwas...wie kann ich das alles noch schaffen? Ich sollte dringend aufhören, mich mit so unwichtigen Dingen, wie Essen und Schlafen auseinander zu setzten...oder mir nicht mehr ganz so viel auf einmal vornehmen.

Kommentare:

  1. Hallo, ich finde deinen Blog richtig toll. Bin gestern zum ersten mal hier gelandet.

    Schade das es keine Online Petition gegen die Mastanlage gibt, zumindestens habe ich keine gefunden. Weißt du bis wann man die Unterschriften einreichen kann? Möchte schon gerne helfen. Bin ja auch nicht ganz so weit weg (Bremen).

    LG Nina

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    1. Das ist klasse, danke. Die Listen sollen am 10 Juni an den Gemeinderat übergeben werden. Also am besten ein paar Tage vorher losschicken

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  2. Ok Prima, mal schauen ob ich ein paar Unterschriften zusammen bekomme. Aber ich denke, ein paar wenige sind besser als gar keine.

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