Montag, 29. April 2013

Junggesellinnenabschied

Vorweg eine kurze Info: Dies ist die Beschreibung eines Ereingisses, wie ich es wahrgenommen habe. Sollten sich einzelne oder mehrere Personen hierdurch angegriffen fühlen, lest bitte hier weiter

Was für ein Tag!!!
Samstag war mein heißersehnter Junggesellinnenabschied und ich habe ganze zwei Tage zur Regeneration benötigt :) Natürlich werde ich jetzt hier einen ausführlichen Bericht darlegen, wobei es mich jetzt schon ärgert, dass ich das mit dem Fotografieren etwas versäumt habe. Aber ein paar wenige Bilder existieren :)
Den Tag bin ich um 4:30 Uhr aufgewacht. Unfähig wieder einzuschlafen, habe ich mein momentanes Hörbuch weitergehört ("Biss zur Mittagsstunde"). Um 6:30 klingelte endlich mein Wecker, angezogen, Tee gekocht, gewaschen, rumgedrömelt. Um 8 Uhr kam mein lieber Freund, der den Tag den Fahrdienst für mich spielen durfte.
Die Reise ging Richtung meiner Mutter. Meine Mutter lebt grobe Richtung Hannover, d.h. wir hatten 1 1/2 Stunden Autofahrt. Gegen 9:30 waren wir schon leicht ausgehungert endlich da und wurden mit einer ohrenbetäubenden Lautstärke begrüßt. Ich bin diesen Überschwang an Energie, den meine Mutter und meine Tanten mitbringen bereits gewöhnt, mein Freund nicht :) Er verglich die Situation später mit dem Betreten eines Hühnerstalls, was mir passend erscheint. Die Frauen in meiner Familie (ich bilde da die große  Ausnahme, komme eher nach meinem Vater) können laut, viel und durchdringend erzählen.
Anwesend waren meine Mutter + Stiefvater, meine beiden Tanten, Cousin+Cousine, mein "Fahrer", meine beste Freundin und eine gute Freundin meiner Mutter. Es waren noch mehrere Leute eingeladen, sprich geplant war keine "Familienfeier", allerdings leben die wenigen guten Freunde, die ich habe, ziemlich weit weg (Berlin, Köln...) von daher konnte ich verstehen, dass viele Freunde im Vorfeld abgesagt haben.
Meine Mutter begrüßte alle Gäste, es gab Sekt (auf nüchternen Magen) und sie und meine Tanten legten eine Tanzeinlage zu "Eine Insel mit zwei Bergen" hin. Dann erklärte meine Mutter den Ablauf: Erst Frühstück, dann gehen wir auf die "Walz", sprich wir reisen durch die Gegend, zu bestimmten Orten und Leuten und singen, tanzen o.Ä. je nachdem, was gerade ansteht. Klang gut.
Endlich Frühstück. Meine Mutter hatte sich übertroffen; trotz der absoluten Fleischessermehrheit und der Tatsache, dass mir früher zuhause das Leben als Vegetarier schon schwer gemacht wurde, hatte sie es geschafft, ein veganes Frühstück auf die Beine zu stellen. Ganz stolz zeigte sie mir ein Kochbuch, was sie sich extra gekauft hatte. Es war total süß
Brötchen vom Biobäcker, Apfelrösti mit Sirup, Marmelade, Margarine etc.
Frühstücksmuffins

Ich war total begeistert und habe erstmal ordentlich reingehauen. Die übrigen Gäste habe etwas sparsam geschaut und sich doch lieber an den Wurstteller gehalten. Das hat mich jedoch weniger gestört, weil so mehr Essen für mich da war :)
Danach begann die große Fahrt. Wir reisten zu meiner Oma, die seit einigen Jahren mit ihrer besten Freundin zusammenlebt und sie pflegt ("Meine Oma ist die Beste" - Oma). Wir wurden herzlich gedrückt, Sherry wurde ausgepackt, woei ich mich lieber an Sekt hielt. Wir sangen ....tja, weiß ich nicht, die Liedauswahl hatte meine Mutter gemacht und mit vielen Sachen konnte ich nix anfangen. Es war auf jeden Fall Ronny, der muss sowas wie der Justin Bieber meiner Großeltern gewesen sein. Hochmotiviert holte ich dann auch noch meine Gitarre raus und spielte "Zwei kleine Italiener". Stimmung war spitze.
Von da aus ging es weiter zu meiner anderen Oma, die die ganze Zeit weinte und sich so freute. Sie dachte zuerst, dass meine jüngere Cousine heiratet und war ganz verwirrt, dass es um mich ging...den Umstand, dass ich eine Frau heirate, ignorierte sie gleich weg, aber okay, ich erwarte nicht, dass sie das versteht. Wieder irgendwelche unbekannten Lieder gesungen und Sherry getrunken (trinken ältere Leute nur Sherry???)
Die Tour ging weiter zu ehemaligen Nachbarn meiner Mutter, dort gesungen und Korn getrunken (endlich mal was Richtiges :)  )
Dann folgte meine ehemalige Dorfkneipe, wo wir "Die kleine Kneipe" von Peter Alexander (das kannte ich) zum Besten gaben und dafür "Kirchenfenster" bekamen. "Kirchenfenster" ist sowas wie unser "Heimatschnaps". Das ganze besteht aus Erdbeersirup, Waldmeistersirup und Reiterlust, einem klaren, sehr starkem Schnaps. Alles nacheinander ins Glas und es sieht dann sehr schön aus und ist saulecker - Absturzgefahr
 


Zu diesem Zeitpunkt bekam ich meinen ersten emotionalen Einbruch (scheiß Alkohol). Die Dorfkneipe befindet sich direkt in der Nachbarschaft von meinem Vater. Ich habe meinen Vater sehr lieb, bin aber nach der Trennung meiner Eltern in einem permanenten Interessenkonflikt zwischen den beiden gewesen (viel zu lange Geschichte), wodurch es mir heute immer noch schwer fällt, beiden gemeinsam zu begegnen. Es geht meinen Eltern ähnlich, daher hatten mein Vater und meine Stiefmutter vorsorglich die Einladung zum Junggesellinnenabschied abgesagt, was mich sehr getroffen hatte. Aber wie gesagt, es überkam mich ein " ich heirate in ein paar Tagen und ich brauche jetzt meinen Papa", also sind wir da hin. Seltsame Situation, zwei Welten prallten für mich aufeinander. Aber es haben sich alle viel Mühe gegeben, es mir auch schön zu machen (noch mehr Sekt *grins*), mein Vater holte die Gitarre raus, wir sangen "Whiskey in the Jar", ich vergoss ein paar Tränen und war glücklich.
Von da aus fuhren wir in meine "Schulstadt" zu dem Gymnasium, w ich war, zu dem Cafe, wo ich "selbstbestimmte Freistunden" genoß und zu ehemaligen Nachbarn, die dort jetzt in einer Seniorenwohnung leben. Der Alkoholpegel stieg und stieg, ich kann mich nicht mehr 100% an alles erinnern. Meine Mutter kaufte mir Hochzeitstortenfiguren mit zwei Frauen (so was hatte ich in Oldenburg schon ewig gesucht) und ich rauchte auf dem Schulgelände (ich war schon immer ein Rebell *smile*)
Die Tour ging nach Oldenburg, aufgrund der Wetterlage nicht wie geplant in den Schloßgarten, sondern zu meinen Freunden nach Hause, dort warteten noch ein paar Leute, eine Freundin hatte vegane Muffins gebacken, es gab Kaffee (dringend nötig), und wir konnten uns etwas restaurieren. Die letzte Station war mein geliebtes Zuhause, wo Essen zubereitet wurde. Ich war befreit, ich rauchte Zigarre
Ich und mein Cousin

Mit dem Alkohol war ich durch, es ging nix mehr - total fertig. Dafür begannen die anderen zu trinken und zu essen.
Kartoffeln, Tzatziki, Gemüsepfanne, Reis

Ich kümmerte mich um die leicht verstörten Haustiere (die kennen so viel Besuch nicht)
Mein Bosse
Um 24 Uhr war der Tag vorbei. Ich fiel totmüde ins Bett. Den gestrigen Tag habe ich leidlich das Chaos beseitigt und mein Leben Revue passieren lassen, was wahrscheinlich normal ist, wenn man so eine "Lebenstour" erlebt. Was bleibt? Die Erkenntnis, dass ich nicht mehr so viel trinken sollte, dafür bin ich zu alt. Und die Erkenntnis, dass es jetzt gut ist, ich bin bereit zu heiraten. 5 Tage noch

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