Dienstag, 30. April 2013

Essen außer Haus

Ich wollte heute vormittag nach Oldenburg, Frisörtermin umlegen wegen schlechter Zeitplanung, Arzttermin, noch ein paar Kleinigkeiten einkaufen etc. In Anbetracht meiner momentanen massenhaften "Gehirnaussetzer", dachte ich mir, ein ruhiger Tag wäre mal nicht schlecht. Also trotzte ich meinem schlechten Gewissen, dass mich permanent dazu nötigt, meinen Garten umzugraben, und fuhr in die Stadt. Für Menschen, die in einer "richtigen Stadt" leben, mag Oldenburg winzig sein, aber ich komme hier gut zurecht. Insbesondere im Bezug auf die veganen Essensmöglichkeiten wird Oldenburg unterschätzt, wie ich heute mal wieder feststellen durfte, aber dazu später.
Erstmal mein tolles Erlebnis beim Frisör:
Ich: "Ich habe am Freitag um 8 Uhr einen Termin für ne Brautfrisur und wollte nachfragen, ob sie den vielleicht ausnahmsweise vorverlegen können"
Frisöse: "Aber wir öffnen erst um 8 Uhr, dann müsste ich ja eher anfangen..."
Ich: "Ich weiß, aber ich habe ein echtes Zeitproblem. Ich heirate den Tag in Hamburg und muss spätestens um 8:30 hier los"
Frisöse: "Aber nach Hamburg fahren sie doch nur 2 Stunden"
Ich: "Aber es ist Freitag und wenn Stau ist komm ich nachher zu spät und dann werde ich nicht heiraten und dann war der ganze Stress für die Katz (ab diesem Punkt fing ich an zu weinen) und ich will doch nur eine kleine schöne Hochzeit, an der alles klappt und ich habe so eine große Angst, dass etwas schief geht. Also bitte, bitte, bitte können sie nicht einfach ein bisschen eher anfangen, damit ich einfach nicht auch noch den Zeitstress kriege?"
Frisöse (leicht verunsichert): "Okay, wenn ihnen damit geholfen ist. Termin um 7 Uhr?"

PERFEKT! Ich habe ja ein bisschen den Verdacht, dass sie nur nicht wollte, dass ich weiter weine, aber hauptsache das hat geklappt. Ja, ich gestehe, das war ein leicht hysterischer Anflug...aber vielleicht liest das hier ja auch jemand, der mal drei Tage vor seiner Hochzeit stand und mich ein bisschen verstehen kann.

Danach Arzttermin, bin natürlich knackig gesund :) und von da aus weiter in die Stadt. Den fehlenden Kleinkrams besorgt, noch ein Gesichtsfluid dazu besorgt, um meine Stresspickel in den Griff zu kriegen, anschließend noch für morgen eingekauft (ich will Grillen!!!). Gegen 12 Uhr wurde mir schmerzhaft bewusst, dass ich um 13 Uhr arbeiten muss. Aber ich hatte eh vor, mal wieder Essen zu gehen. Also steuerte ich das Vapiano an. Wer Vapiano nicht kennt, kurze Erklärung dazu: Das ist eine Restaurantkette, man könnte es als eine Mischung aus Showrestaurant und Schnellimbiss bezeichnen. Man bekommt so eine schöne Laserkarte, mit der man sich am Thresen registriert. Anschließend sucht man sich ne Pizza, ne Nudelsoße, ne Nudelsorte, nen Salat oder Antipasti aus und kann dabei zusehen, wie das frisch zubereitet wird. Das ist ziemlich cool, geht schnell und ist relativ preiswert. Als Veganer kommt man hier ziemlich gut zurecht mit Antipasti, Pizza ohne Käse und verschiedenen Nudelsoßen.
Ich genoß Dinkel-Spaggethi Arrabbiata ohne Parmesan, dafür aber mit viel Hunger
Nebenbei habe ich einem meiner größten Hobbys gefröhnt: Beobachten
Ich liebe es, alleine in einem Kaffee o.Ä. zu sitzen und mir andere Leute anzusehen, zu lesen, weiterzuschauen. Heute hatte ich das Vergnügen "La dolce vita"-Gefühle bei meinen Mitmenschen zu sehen; Sonnenschein, guter Wein (klar morgen ist arbeitsfrei), gute Gespräche...und ich musste los zur Arbeit *schnief*
Für den Spätdienst habe ich mir noch schnell was zum Abendbrot besorgt (man gönnt sich ja sonst nichts) Ich war im Woyton, einer Kaffeekette, welches meeines Wissens nach der einige Laden in Oldenburg ist, wo ich Kaffee mit Sojamilch erhalte. Und etwas sehr geiles "To-Go" kann man dort bekommen: einen veganen Bagel
leider in meiner Tasche etwas platt gedrückt
Das Ganze besteht aus einem Vollkornbagel, Tomaten-Erdnuss- Aufstrich, Rucola, Gurke und veganem Schmelzkäse. Hammer Teil!!! Auf der Homepage des Unternehmens habe ich den Bagel leider nicht gefunden, daher weiß ich nicht, ob es den auch noch in anderen Filialen gibt.
Dazu noch einen schönen Couscoussalat und ich war im 7. Himmel
Und dann soll nochmal jemand sagen, in einer Kleinstadt ist es schwer, vegan zu leben. Ich finde das klappt sehr gut, wobei Oldenburg wahrscheinlich von seinem heimischen Studentenanteil profitiert und daher ein relativ großes Angebot von "Alternativen" anbietet.
So, jetzt habe ich meinen letzten Arbeitstag vor meinem Hochzeitsurlaub rumgebracht. 3mal noch schlafen und das Dauergrinsen will einfach nicht aus meinem Gesicht verschwinden


Kommentare:

  1. Hallöchen,

    der Kommentar hat jetzt war nichts direkt mit dem Post zu tun, aber ich hab deinen Blog bei Mausflaus entdeckt und schon alle deine Posts gelesen :) Dein Schreibstil gefällt mir sehr gut, denn ich finde er ist auf der einen Seite einfach unterhaltsam/amüsant und auf der anderen Seite schwingt immer etwas Privates, Charakteristisches von dir mit, so dass man nicht das Gefühl hat, dass da ein x-beliebiger, anonymer Mensch schreibt, sondern wirklich du. Das alles finde ich sehr sympathisch und ich hoffe sehr, dass dein Blog noch lange bestehen beleibt.

    Liebe Grüße
    Federchen

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    1. wau, dankeschön. Das freut mich, dass dir der Blog gefällt. Ich hoffe auch, dass ich noch lange Schreibe, ich merke zumindest, dass das enormen Spaß macht und auch sehr befreiend ist, vieles einfach so hinaus zu schreiben :) Von daher wirds wohl weitergehen :)

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