Dienstag, 2. April 2013

Attila


Ich oute mich heute mal als halber Attila Hildmann Fan. Wer ihn nicht kennt (was ich mir fast nicht vorstellen kann) hier gehts zu seiner Hompage.
Wieso halb? Ich mach mal ne Liste

Pro: - durch seine Popularität macht er echt gute Werbung für eine vegane Ernährung
 - er erklärt nicht nur viel über vegane Ernährung (Hintergründe etc) sondern erklärt auch noch, worauf man achten sollte
 - seine Rezepte sind einfach und saulecker
 - sehr schön illustrierte hochwertige Kochbücher (zumindest die letzten zwei "Vegan for Fun" und "Vegan for fit"
- seine "Ich-überzeuge- durch- guten-Geschmack" - Einstellung, das ist eindeutig wesentlich effektiver, als das beschimpfen von Omnivoren und Vegetariern
- durch ihn habe ich Matcha entdeckt, I LOVE IT !!!

Contra: - definitiv zuviel Werbung für seine eigene Person (in Büchern, im Fernsehen, im Internet), das macht in mir absolut unsympatisch. Und ich bekomme Verfolgungswahn von muskelbepackten Attis
- Toleranz ja, aber vegan leben und dabei den Schwerpunkt auf Ernährung setzen und die  anderen Aspekte ignorieren??? Ich bin der Ansicht, wer sich für eine vegane Lebensweise entscheidet, lebt vegan, d.h. ohne Leder, ohne Wolle, ohne Tierversuchskosmetika. Ich freue mich auch über jeden Omnivoren, der beschließt nur noch einmal pro Woche Fleisch  zu essen. Aber bei einem Veganer, der mit stolz seine neuen Lederschuhe zeigt, schüttelt´s mich. Da hört meine Toleranz auf. (alte Kleidung, die nur einfach nicht weggeschmissen  wurde, nehme ich dabei heraus. Ich habe auch nicht alles unvegane in meinem Haushalt ensorgt - wird halt aufgebraucht)
- Kritiklose Werbung für "BIO". Ich halte nicht so viel auf das allgemein gültige Bio-Label. Mein Vater ist Landwirt auf einem konventionellen Milchviehbetrieb, wie man so schön sagt. Nicht übergroß, also keine Massentierhaltung und ich muss sagen, mal abgesehen von den zahlreichen berechtigten Gründen, die gegen die Haltung von Kühen zur Milcherzeugung sprechen und die ich meinem Vater auch regelmäßig an den Kopf werfe, geht es den Tieren relativ gut dort. Saubere Stelle, niedrige Krankheitsrate und damit auch niedrige Medikamentenversorgung, zwischen dem Melken Auslauf auf der Weide. Und das ist kein Biobetrieb. Natürlich werden die "nicht mehr rentablen" Tiere geschlachten und natürlich dürfen die Kälber dort auch nicht länger als einen Tag bei der Mutter bleiben und dennoch halte ich von solcher Landwirtschaft wesentlich mehr, als so manchen Biohöfen, die ich kenne. Dazu lief mal ein sehr interessanter Beitrag auf ARD "Wie billig kann Bio  sein?" 
Discounter-Bio taugt wenig, bis garnichts. Bio-Supermärkte...kommt wohl auf die einzelnen Produkte an. Ich glaube, da kann man sehr vieles falsch machen. Es geht auch nicht darum, der perfekte Konsument zu sein, sondern immer wieder sein eigenes Verhalten zu hinterfragen, sich Informationen zu holen und ggf. Konsequenzen zu ziehen. Ich finde Bio relativ vertrauenswürdig, wenn es aus der Region kommt und einen deutlich höheren Preis als konventionelle Lebensmittel aufweist (was natürlich keine Garantie ist). Natürlich wäre es ein Traum, Obst und Gemüse, das perfekt aussieht, ohne Spritzmittel auskommt, zu jeder Jahreszeit verfügbar ist und bezahlbar, zu erhalten. Aber die Realität sieht da anders aus. Mein Konsum besteht aus einem Mix zwischen regionalen Bioprodukten (was ist bitteschön noch daran Bio, wenn mein Gemüse aus Peru eingeflogen wird?) und konventionellen Lebensmitteln, viel Fair-Trade, fast ausschließlich saisonal (im Winter ist mir das manchmal nicht so einfach). Aber ganz ehrlich, wenn mein Geldbeutel das nicht hergibt, kaufe ich auch eher unüberlegt. Je nachdem, wie es halt passt. Jeder Schritt, auch wenn er noch so klein ist, sollte in die richtige Richtung gehen.
Ui, jetzt bin ich etwas abgeschweift.. Ähhhhh, also Fazit: Attila Hildmann macht tolle Rezepte, lecker, unkompliziert, kreativ und er ist ein super Werbegesicht für den veganen Lebensstil. Allerdings würde ich mir ein wenig mehr Aufklärungsarbeit und Konsequenz in allen Lebensbereichen von ihm wünschen.

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